Ein Sofa mit Kissen und einer Wolldecke, Kekse und Wollsocken, Blick durch ein Fenster auf einen herbstlichen Regenwald

07.09.2026

Die Tage davor

Was sich wie ein Zusammenbruch anfühlt, ist manchmal nur eine Phase, in der weniger gepolstert ist.

Es gibt Frauen, für die sind die Tage vor der Periode einfach ein paar Tage. Und es gibt Frauen, für die ist es die Zeit, in der alles kippt: Der Ton in der Küche wird schärfer, die Mail vom Chef trifft anders, und abends sitzt du da und weißt nicht, warum du geweint hast.

Wenn du zur zweiten Gruppe gehörst, kennst du vermutlich auch den Satz danach: Ich war einfach nicht ich selbst.

Ein anderer Blick darauf

Im Ayurveda gibt es für diese Zeit einen Namen: Vata-Zeit. Vata ist das Prinzip von Bewegung und Wandel – Wind, Luft, alles, was in Bewegung ist. In dieser Phase wird vieles durchlässiger: die Haut, der Schlaf, die Stimmung, die Grenze zwischen dir und allem anderen.

Das erklärt nichts medizinisch und heilt auch nichts. Aber es verschiebt etwas: Was sich wie ein Zusammenbruch anfühlt, ist vielleicht eher eine Phase, in der weniger gepolstert ist. Du bist nicht weniger belastbar geworden. Du bist gerade durchlässiger.

Was in dieser Zeit hilft

Im Ayurveda ist die Antwort auf Bewegung immer dasselbe: Ruhe, Wärme, Regelmäßigkeit. Ganz unspektakulär.

Nichts davon ist neu. Das Schwierige ist nicht, es zu wissen – es ist, es sich zu erlauben.

Der Punkt, um den es eigentlich geht

Die meisten Frauen, mit denen ich spreche, wissen längst, was ihnen guttun würde. Woran es hängt, ist ein anderer Satz, der leiser mitläuft: „Ich kann doch nicht drei Tage im Monat weniger leisten."

Doch, kannst du.

Nicht als Zugeständnis an eine Schwäche, sondern weil dein Körper nicht jeden Tag derselbe ist und nie derselbe war. Der Rest der Welt funktioniert in Wochen und Quartalen. Du funktionierst anders. Das ist kein Nachteil, den man ausgleichen muss – es ist nur ein anderer Takt.