21.10.2026
Schmetterling, Löwe, Elefant
Im Ayurveda gibt es drei Bio-Programme, die in Körper, Geist und Seele zusammenarbeiten und alles steuern, was in dir geschieht: die Doshas. Sie heißen Vata, Pitta und Kapha.
Wenn du dich noch nicht mit Ayurveda beschäftigt hast, klingen diese drei Namen vermutlich erst einmal fremd für dich. Da sie die Basis von allem im Ayurveda bilden, möchte ich sie dir gern anhand von drei Tieren näherbringen.
Vata – der Schmetterling
Vata ist Bewegung: Atem, Herzschlag, Gedanken, alles, was fließt und sich verändert. Wie ein Schmetterling ist Vata leicht, schnell und kreativ. Wird es zu viel, flattert es: Die Gedanken kreisen, der Schlaf wird unruhig. Dem Schmetterling tun Wärme, Ruhe und Regelmäßigkeit gut.
Pitta – der Löwe
Pitta ist Verwandlung: Verdauung, Wärme und auch Klarheit im Kopf. Wie ein Löwe ist Pitta warm, mutig und entschlossen. Wird es zu viel, wird es heiß: Ungeduld, Gereiztheit. Dem Löwen tun Kühle, Milde und das rechte Maß gut.
Kapha – der Elefant
Kapha ist Struktur: Halt, Kraft und Ausdauer. Wie ein Elefant ist Kapha ruhig, beständig und mitfühlend. Wird es zu viel, wird es schwer: Müdigkeit, Trägheit. Dem Elefanten tun Bewegung, Wärme und Leichtigkeit gut.
Deine eigene Mischung
Alle drei wohnen in dir.
Wie viel Raum jedes von ihnen einnimmt, ist bei jeder Frau anders. Bei einigen ist der Schmetterling stärker ausgeprägt, bei anderen der Löwe oder der Elefant. Und diese Mischung bewegt sich mit dem Tag, mit den Jahreszeiten und mit deinem Zyklus.
Die drei Tiere in deinem Zyklus
Im Ayurveda beginnt der Zyklus nicht mit der Blutung, sondern mit dem Aufbau danach. In einem Zyklus mit Eisprung sieht das etwa so aus:
Der Elefant baut das Nest. Nach der Blutung übernimmt Kapha. Jetzt wird aufgebaut: Das Hormon Östrogen steigt an, die Gebärmutterschleimhaut wächst, und im Eierstock reift eine Eizelle heran. Der Körper bereitet ein weiches Nest vor, für den Fall, dass neues Leben entsteht. Viele Frauen fühlen sich in dieser Zeit stabiler und ruhiger.
Der Löwe bringt das Feuer. Mit dem Eisprung übernimmt Pitta. Ein kurzer, steiler Anstieg des Hormons LH gibt dafür das Signal. Danach bildet der Körper vor allem Progesteron, und die Körpertemperatur steigt leicht an. Das ist die Zeit der Verwandlung und der Wärme. Oft ist mehr Energie da, mehr Klarheit und Mut, manchmal auch mehr Hitze und Ungeduld.
Der Schmetterling kehrt zurück. Nistet sich keine befruchtete Eizelle ein, sinken Progesteron und Östrogen in den Tagen vor der Periode wieder ab. Der Löwe wird leiser, Vata wird stärker. Vieles wird beweglicher und durchlässiger. Mehr dazu findest du im Impuls „Die Tage davor“.
Der Schmetterling lässt los. Mit der Blutung gibt der Körper die Schleimhaut ab, die er aufgebaut hat. Das ist Vata in seiner ursprünglichsten Form: Bewegung, Loslassen, Neubeginn. Danach beginnt der Elefant wieder von vorn.
Vielleicht bemerkst du, dass bei dir manches anders ist als hier beschrieben. Dann sprechen wir gern darüber.
Im Zykluskalender siehst du diese Phasen als Farben, als ungefähre Orientierung, wo du gerade stehst.
Das ist keine medizinische Erklärung. Aber es ist eine Sprache, die vieles leichter macht. Die Doshas sind keine Schubladen, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen: Wer von den dreien ist heute bei dir am lautesten? Und was brauchst du gerade?
Wenn du magst, schauen wir gemeinsam, was dir in deinem Rhythmus guttut.
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